Energiemix im Landkreis Traunstein:
Einem Energiemix aus etablierten und neuen, innovativen Energien stehen wir wohlwollend kritisch gegenüber. Neue Formen der Energiegewinnung sollen dort eingesetzt werden, wo es Sinn ergibt. Im Landkreis Traunstein findet sich eine heterogene Mischung in der Verwendung von erneuerbaren Energien wie Wasserkraft, Solarenergie, Windenergie und Biomasse und fossilen Energien wie Erdgas und Öl. Entgegen des durchaus sinnvollen Einsatzes von Wasserkraft wie etwa an der Alz oder Solarenergie auf privaten und gewerblichen Dächern sind die Windverhältnisse im windschwachen Landkreis kaum dafür geeignet, diese Technologie einzusetzen. Den Neubau von Windkraftanlagen lehnen wir ab.
Windkraft
Wir lehnen den weiteren Bau von Windkraftanlagen in unserer Region ab. Während erneuerbare Energien wichtig sind, müssen wir die Auswirkungen auf unsere Landschaft und die Lebensqualität der Menschen vor Ort berücksichtigen. Windkraftanlagen verändern nicht nur das Landschaftsbild erheblich, sondern haben auch negative Folgen für Flora und Fauna, wie etwa durch die irreversible Bodenversiegelung oder dem Shreddern ganzer Vögel- und Insektenschwärme. Besonders betroffen ist der Seeadler, Mäusebussard, Wanderfalke und Rotmilan.
Eine gesundheitliche Belastung entsteht für Anwohner neben solchen Anlagen durch Infraschall. Symptome sind unter anderem chronische Erschöfpung, Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen und in schweren Fällen Depression und Atemnot
Pro Windenergieanlage fallen rund ein Hektar Wald für den Bau der Rodung zum Opfer. Pro ein Megawatt Leistung bei neuen Anlagen werden rund 1100 Tonnen Zement, 170 Tonnen Eisen, 35 Tonnen Aluminium, 4,5 Tonnen Kupfer sowie 69 Tonnen Glas benötigt. Nach spätestens 20 Jahren Lebensdauer läuft die EEG-Förderung aus und Windanlagen werden abgebaut. Die Entsorgungskosten belaufen sich auf 120.000 bis 180.000 Euro für eine 3-Megawatt-Anlage.
Es ist entscheidend, dass wir nachhaltige Energielösungen finden, die im Einklang mit der Natur und den Bedürfnissen der Bürger stehen, die den regionalen Gegebenheiten gerecht werden und die Lebensqualität der Bevölkerung nicht beeinträchtigen. Wir stehen für eine ausgewogene Energiepolitik, bei der Natur- und Umweltschutz stets mitgedacht werden.
PV-Anlagen
Auf privaten Gebäuden steht es den Besitzern selbstverständlich frei PV-Anlagen zu errichten. Die geplanten Agri-PV-Anlagen in den Gemeinden Schnaitsee, Tittmoning, Tacherting, Pittenhart und Übersee lehnen wir ab. Agri-PV-Anlagen erfordern einen höheren technischen Aufwand im Vergleich zu Freiflächen-PV-Anlagen, was zu vergleichsweise erhöhten Kosten führt. Zu den landwirtschaftlichen Risiken zählt der verstärkte Schattenwurf, die erschwerte Bewirtschaftung der Böden und Felder sowie die Veränderungen im Mikroklima und die Beeinträchtigung von Flora und Fauna.
Wasserkraft
Der Landkreis Traunstein ist für Wasserkraft hervorragend geeignet. Dabei setzen wir auf die Nutzung von Wasserkraft, um eine saubere und nachhaltige Energiequelle zu fördern. Insgesamt 148 Anlagen gibt es im gesamten Landkreis. Wasserkraft ist eine versorgungssichere, dezentrale und grundlastfähige Form der Energiegewinnung.
Wir setzen auf den Ausbau dieser erneuerbaren Energiequelle, ohne die natürlichen Lebensräume zu beeinträchtigen. Wasserkraft ist ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Energieversorgung im Landkreis Traunstein. Sie sorgt für eine saubere Energiezukunft und stärkt gleichzeitig unsere Region als Vorreiter im Bereich der erneuerbaren Energien.